Berlin-Weissensee-Kulturhaus Peter Edel-Foto Uta Popkes

Das Kulturhaus
Peter Edel

Erbaut:
1887

Adresse:
Berliner Allee 125
13088 Berlin

Das ehemalige Kulturhaus „Peter Edel“ an der Berliner Allee erwacht zu neuem Leben.

Jahrelang hat es leer gestanden. Es drohte zu verfallen. Dann gelang es dem Bezirksamt Pankow, mit dem Kommunalen Bildungswerk e.V. einen neuen Nutzer für das Baudenkmal zu finden. Hier werden jetzt Mitarbeiter der Kommunen beruflich auf den aktuellen Stand gebracht.

Das Gebäude oder besser die Gebäudegruppe hat eine lange Geschichte und war immer ein wichtiger Ort für Weißensee. Es begann mit dem großen Vergnügungspark, den der Gastronom Rudolf Sternecker hier am Weißen See 1885 eröffnet hatte. Gleich nebenan ließ Sternecker eine Brauerei errichten, die 1887 den Betrieb aufnahm. Und noch im selben Jahr entstand direkt neben der Brauerei ein Restaurationsgebäude für den Bierausschank, heute von der Straße aus gesehen der rechte Teil des „Peter Edel“.

1890 übernahm der Brauereiunternehmer Gustav Enders die Brauerei und das zugehörige Ausschankgebäude. Im Jahr 1900 hieß es „Zum Bräustübl“.

1902, so überliefert es der Bauantrag, begann Enders mit dem Bau eines Großen Saales als Festsaal, heute der linke Teil des „Peter Edel“. Der Entwurf mit der charakteristischen Spitze auf dem Dach stammte von dem Architekten Max Bing. Und 1908, nach etwas Verzögerung durch einen Maurerstreik, erfolgte die Verbindung beider Teile durch den Kleinen Saal, in dem heute Eingang und Cafeteria des Bildungswerks untergebracht sind.

Brauerei und Ausschank wechselten Besitzer und Namen, die Brauerei stellte nach dem Ersten Weltkrieg die Produktion ein, der Ausschank blieb erhalten. 1932 hieß es Restaurant Berliner Kindl-Bräu.

Den Wechsel brachte das Ende des Zweiten Weltkrieges: Nach dem Einmarsch der Roten Armee entstand hier das Restaurant „MOCKBA“ – zunächst ausschließlich für sowjetische Offiziere. 1946/47 übernahm der Bezirk die Gebäude, jetzt mit dem Namen Volkshaus. Das Restaurant hieß zunächst „Café Moskau“ und seit 1952 „HO-Gaststätte Volkshaus Weißensee“. Nach einer Modernisierung im Jahr 1962 entstand hier das „Kreiskulturhaus Weißensee“. 1984 erhielt es den Namen des Schriftstellers und Grafikers Peter Edel.

Nach der Wende 1989 diente das Gebäude eine zeitlang noch wechselnden Nutzungen und stand dann leer. 2017 erfolgte die Übernahme durch das Kommunale Bildungswerk, durch die Architekten Kny & Weber begannen Umbau und Sanierung zum „Bildungs- und Kulturzentrum Peter Edel“. (ws)